Neubau Wohnheim Strahlegg, Steg im Tösstal

2020

Farbe und Natur

Jahr: 2020

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten GmbH, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Natur

Berge, Wälder und Wiesen umgeben das neue Wohnheim auf der Strahlegg. Die einmalige Lage bringt die Natur beim Blick hinaus aus allen Himmelsrichtungen auch ins Innere des Hauses. Die Fichtenverkleidung der Fassade ist unbehandelt. Sie wird sich durch die Verwitterung über lange Zeiträume immer wieder verändern, bis sie die Farbe der Baumrinden angenommen hat. Zum kräftigen Grünton der Öffnungen gesellt sich im Innern neben dem Holz ein buntes Rotbraun für die Böden der gemeinschaftlich genutzten Räume und der Erschliessungen. Das Grün zeigt sich nochmals in einer bunteren Nuance in der die beiden Geschosse verbindenden Treppe, und nur mehr ein Hauch des Rotbrauns findet sich in der raumtrennenden Wandschicht in der Mitte des Gebäudes. Indem die Farben auf beiden Geschossen aufgenommen werden, wird das Haus mit seinen unterschiedlichen Nutzungen und Anforderungen als Ganzes gefasst.

Neubau Wohnbebauung, Zürich

2017

Rot und Grün

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: SPPA Architekten AG, Zürich
Fotografie: Roger Frei, Zürich

Rot und Grün

Das von den Architekten bereits erstellte Farbkonzept sah für die beiden Mehrfamilienhäuser am Rande von Zürich ein grünes und ein rotes Gebäude vor. Ich wurde beigezogen, um die definitiven Nuancen der beiden Wohnbauten zu erarbeiten. Zu Beginn wurden für beide Farbtöne verschiedene Musterserien erstellt, in denen Helligkeit, Buntanteil und verschiedene Farbnuancen für das Rot und das Grün getestet wurden. Beim Vergleichen der verschiedenen Blätter stellte sich heraus, dass in Verbindung mit dem mineralischen, groben Negativputz nach eher kühleren und nicht zu bunten Nuancen weitergesucht werden sollte. Als verbindendes Element der unterschiedlichen Farbfamilien sollten das Grün und das Rot einen ähnlichen Bunt- bzw. Helligkeitswert haben. Bei den nächsten Musterserien wurden die beiden Farben immer im Paar gestestet. Besonders beim Rot mussten die verschiedenen Pigmentanteile genauestens abgestimmt werden, um den gewünschten mineralischen Ausdruck des Farbtons zu finden. Aus den sich mittlerweile immer stärker annähernden Musterpaaren wurde nach weiteren Tests unter verschiedenen Lichtsituationen schliesslich eines ausgewählt, das dann vom Farbenhersteller nachgemischt wurde und auf einem Putzmuster nochmals überprüft werden konnte. Durch die Verwendung einer zweikomponentigen reinen Silikatfarbe wird der mineralische Ausdruck zusätzlich verstärkt. Bei den Treppenhäusern erscheint der jeweilige Farbton der Nachbarfassade noch einmal als Lasur auf Sichtbeton.

Dachausbau Mehrfamilienhaus, Bern

2016

Farbe als Bindeglied

Jahr: 2016

Auftrag: Farbberatung Ausbau Mansarde
Architektur: Georg Luginbühl, Bern

Farbe als Bindeglied

Der Dachstock eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses wird zusammen mit zwei bestehenden Dachmansardenzimmern zu einer Wohnung ausgebaut. Wo möglich wird der Bestand beibehalten: Die Holzbalken im Hauptraum werden roh belassen, die Böden in den Mansardenzimmern geschliffen und geölt, das Brusttäfer wird weiss gestrichen.
Die neue Einbaute für das Bad wird mit der ebenfalls neu gesetzten Wohnungstür über einen feinen Farbton verbunden. Als (farbliches) Bindeglied wird dazu die zwischen Eingang und Bad liegende Wand mit demselben Farbton gestrichen. Beim Blick vom neuen Wohnraum her bildet dieser «Zwischenraum» den Rahmen für den dahinter liegenden alten Teil der Wohnung mit den ehemaligen Mansardenzimmern.

Fassadensanierung Mehrfamilienhaus, Zürich

2014

Neue Gewichtung mit Farbe

Jahr: 2014

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: Christoph Irniger, Zürich


Neue Gewichtung mit Farbe

Die prägnante Fassade eines Mehrfamilienhauses aus den Achtzigerjahren wird bestimmt durch den vertikalen Erker und die horizontalen Bänder in Metall. Farblich dominiert das kräftige Rot der metallischen Elemente über das helle Beige des Putzes. Beim Farbkonzept werden die bestehenden Elemente neu gewichtet: Die vertikal ausgerichtete Putzfassade gewinnt durch den mitteldunklen Buntton an Bedeutung und bildet nun eine Art Rahmen für die «Füllung» mit Fensteröffnungen und horizontalen Blenden in einem metallischen hellen Grauton, der mit dem Weiss der Fenster und dem etwas dunkleren Grau der Balkonbrüstungen farblich korrespondiert. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Fassadenton. Mithilfe mehrerer systematisch hergestellter Musterserien wurde nach einem Farbton gesucht, der einerseits den gewünschten eigenständigen Charakter aufwies und gleichzeitig nicht mit der benachbarten blaugrünen Schindelfassade in Konkurrenz trat. Der definitive Fassadenton wurde danach ab Handmuster vom Verarbeiter nachgemischt und mit einem Fassadenmuster nochmals überprüft.

Materialstudie I

2008

Lasur mit mineralischem Pigment auf Altanstrich

Jahr: 2008

Auftrag: Anstrich aussen

Lasur mit mineralischem Pigment auf Altanstrich

Die meisten rein mineralischen Putzuntergründe erhalten im Lauf der Zeit (Sanierungs-)Anstriche mit mehr oder weniger hohen Anteilen an organischen Bestandteilen. Deren filmbildende Eigenschaften bei der Trocknung sowie der charakteristische Glanz verändern die Anmutung eines Gebäudes in nicht immer gewünschter Art. Ausgangslage für die Materialstudie
 war deshalb die Frage nach der Aufwertung eines mineralischen Untergrunds mit organischem Altanstrich. Experimentiert wurde mit einem mineralischen Pigment (Gesteinsmehl aus einem hiesigen Sandsteinbruch)
 sowie einer Mischung zweier Bindemittel. Die Herausforderung bestand darin, eine Bindemittelkombination zu finden, die den Anstrich nicht zu wolkig erscheinen liess. Nach mehreren Versuchen wurde ein Mischverhältnis gefunden, das die beabsichtigte Homogenität und Farbtiefe gewährleistete. Die technische Machbarkeit erfolgte in Absprache mit einem Experten.