Neubau Wohnheim Strahlegg, Steg im Tösstal

2020

Farbe und Natur

Jahr: 2020

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten GmbH, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Natur

Berge, Wälder und Wiesen umgeben das neue Wohnheim auf der Strahlegg. Die einmalige Lage bringt die Natur beim Blick hinaus aus allen Himmelsrichtungen auch ins Innere des Hauses. Die Fichtenverkleidung der Fassade ist unbehandelt. Sie wird sich durch die Verwitterung über lange Zeiträume immer wieder verändern, bis sie die Farbe der Baumrinden angenommen hat. Zum kräftigen Grünton der Öffnungen gesellt sich im Innern neben dem Holz ein buntes Rotbraun für die Böden der gemeinschaftlich genutzten Räume und der Erschliessungen. Das Grün zeigt sich nochmals in einer bunteren Nuance in der die beiden Geschosse verbindenden Treppe, und nur mehr ein Hauch des Rotbrauns findet sich in der raumtrennenden Wandschicht in der Mitte des Gebäudes. Indem die Farben auf beiden Geschossen aufgenommen werden, wird das Haus mit seinen unterschiedlichen Nutzungen und Anforderungen als Ganzes gefasst.

Sanierung und Erweiterung Mehrfamilienhaus, Zürich

2020

Beton und Putz

Jahr: 2020

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Beton und Putz

Die bestehende Fassade ist geprägt durch eine komplexe Volumetrie mit verschiedenen Vor- und Rücksprüngen über alle vier Seiten sowie eine expressive Balkonschicht in Sichtbeton. Diese bleibt bestehen, während die Putzfassade über einen groben Spritzputz, der bis in die Fensterlaibungen gezogen wird, einen neuen Ausdruck erhält. Der neue Farbton bewegt sich zwischen Rot, Grau und ein wenig Ocker. Er wurde über verschiedene Handmuster erarbeitet mit der Absicht, das vielschichtige Gebäude mit den vorgehängten Betonelementen über einen kräftigen, intensiven Farbton als gefügtes Ganzes zu lesen. In den neu geordneten Wohnungen vermitteln wenige, teils kräftige Farben zwischen Alt und Neu. Für die Abschlüsse von Küchen und Bädern wird ein dunkler, kräftiger Buntton eingesetzt. Derselbe Ton wird auch für die Flügeltüren verwendet bei denjenigen Wohnungen, die um eine lange Wohn- und Arbeitshalle erweitert wurden. Die anderen Türen in einem feinen Blaugrau nähern sich farblich den Fenstern und Schiebetüren, die sich nur mehr über den Kontrast von den weissen Wänden unterscheiden.

Neubau Wohnbebauung, Zürich

2017

Rot und Grün

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: SPPA Architekten AG, Zürich
Fotografie: Roger Frei, Zürich

Rot und Grün

Das von den Architekten bereits erstellte Farbkonzept sah für die beiden Mehrfamilienhäuser am Rande von Zürich ein grünes und ein rotes Gebäude vor. Ich wurde beigezogen, um die definitiven Nuancen der beiden Wohnbauten zu erarbeiten. Zu Beginn wurden für beide Farbtöne verschiedene Musterserien erstellt, in denen Helligkeit, Buntanteil und verschiedene Farbnuancen für das Rot und das Grün getestet wurden. Beim Vergleichen der verschiedenen Blätter stellte sich heraus, dass in Verbindung mit dem mineralischen, groben Negativputz nach eher kühleren und nicht zu bunten Nuancen weitergesucht werden sollte. Als verbindendes Element der unterschiedlichen Farbfamilien sollten das Grün und das Rot einen ähnlichen Bunt- bzw. Helligkeitswert haben. Bei den nächsten Musterserien wurden die beiden Farben immer im Paar gestestet. Besonders beim Rot mussten die verschiedenen Pigmentanteile genauestens abgestimmt werden, um den gewünschten mineralischen Ausdruck des Farbtons zu finden. Aus den sich mittlerweile immer stärker annähernden Musterpaaren wurde nach weiteren Tests unter verschiedenen Lichtsituationen schliesslich eines ausgewählt, das dann vom Farbenhersteller nachgemischt wurde und auf einem Putzmuster nochmals überprüft werden konnte. Durch die Verwendung einer zweikomponentigen reinen Silikatfarbe wird der mineralische Ausdruck zusätzlich verstärkt. Bei den Treppenhäusern erscheint der jeweilige Farbton der Nachbarfassade noch einmal als Lasur auf Sichtbeton.

Sanierung Wohnsiedlung, Horgen

2015

Neue Ordnung über Farbe

Jahr: 2015

Auftrag: Farbberatung Sockel, Lifttürme und Balkonbrüstungen
Auftraggeberin: Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ), Zürich

Neue Ordnung über Farbe

Die Wohnsiedlung wird geprägt durch die fassadenverkleidenden Eternitplatten in kräftigen, warmtonigen Bunttönen der 70er-Jahre. Das Farbspektrum der einzelnen Fassaden bewegt sich von Beige über Ocker, Orange und Rot bis zu einem mitteldunklen Braunton. Bei der jetzigen Sanierung sollen die Betonelemente (Sockel, Balkonbrüstungen) sowie die verputzten Lifttürme neu gestrichen werden. Mit dem Vorschlag für die neu zu streichenden Elemente wird das bestehende Farbkonzept aufgenommen und weitergeführt. Während sich die abgesetzten Lifttürme farblich der jeweiligen Fassadenfarbe inkl. der zurückversetzten Balkonwände angleichen, erhalten der Sockel und die Balkonbrüstungen einen neuen, eigenständigen Farbton, der zwischen den bestehenden Bunttönen vermittelt und die verschiedenen Farbigkeiten der einzelnen Fassaden neu fasst.

Sanierung Mehrfamilienhaus, Bern

2014

Warmer Ocker und kühles Rosa

Jahr: 2014

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: Georg Luginbühl, Bern

Warmer Ocker und kühles Rosa

Im Zug einer Dachsanierung wird die hofseitige Fassade eines Mehrfamilienhauses neu gestrichen. Die Fassade ist im Bauinventar der Stadt Bern unter der Schutzkategorie erhaltenswert eingestuft. Die vorgefundene Fassade in einem feinen Ockerton hat eine Patina, die auf einen mineralischen Anstrich hindeutet. Der neue Farbton sollte an den alten anknüpfen und sich in die angrenzenden, teils sanierten Fassaden einreihen. Mithilfe verschiedener systematischer Musterserien auf Papier wurden minimale Farbtonunterschiede geprüft, alle im Bereich eines leicht gelblichen bis leicht rötlichen Ockers. Bei der Überprüfung vor Ort zeigte sich, dass bereits geringste Unterschiede in der Menge der verwendeten Pigmente die Wirkung und die Beziehung zu den anderen Fassaden stark verändern konnten. Die Wahl fiel schliesslich auf einen leicht rötlichen Ockerton, dessen Hellbezugswert sich im Bereich der benachbarten Fassaden bewegt. Die Loggia im Hochparterre wird in einem hellen, leicht kühlen Rosa gestrichen, das in minimalem Kontrast zum warmen Ocker steht. Vom Innenraum betrachtet wirkt es frisch und luftig.