Jahr: 2020

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Beton und Putz

Die bestehende Fassade ist geprägt durch eine komplexe Volumetrie mit verschiedenen Vor- und Rücksprüngen über alle vier Seiten sowie eine expressive Balkonschicht in Sichtbeton. Diese bleibt bestehen, während die Putzfassade über einen groben Spritzputz, der bis in die Fensterlaibungen gezogen wird, einen neuen Ausdruck erhält. Der neue Farbton bewegt sich zwischen Rot, Grau und ein wenig Ocker. Er wurde über verschiedene Handmuster erarbeitet mit der Absicht, das vielschichtige Gebäude mit den vorgehängten Betonelementen über einen kräftigen, intensiven Farbton als gefügtes Ganzes zu lesen. In den neu geordneten Wohnungen vermitteln wenige, teils kräftige Farben zwischen Alt und Neu. Für die Abschlüsse von Küchen und Bädern wird ein dunkler, kräftiger Buntton eingesetzt. Derselbe Ton wird auch für die Flügeltüren verwendet bei denjenigen Wohnungen, die um eine lange Wohn- und Arbeitshalle erweitert wurden. Die anderen Türen in einem feinen Blaugrau nähern sich farblich den Fenstern und Schiebetüren, die sich nur mehr über den Kontrast von den weissen Wänden unterscheiden.

Jahr: 2019

Auftrag: Farbberatung aussen
Auftraggeberin: BAHOGE Wohnbaugenossenschaft, Zürich

Ordnen mit Farbe

Die Wohnbauten einer Wohnsiedlung in Hirzenbach sollen neu gestrichen werden. Die bestehenden Fassaden werden geprägt durch die vorgehängten braunockrigen Zementplatten mit einer putzähnlichen Oberflächenstruktur. Die Betonelemente der Balkonschicht sind mit demselben Farbton überstrichen, ebenso die ursprünglich ein Flachdach abschliessenden Dachuntersichten. Für das neue Farbkonzept wurden verschiedene Möglichkeiten gesucht, wie die einzelnen Elemente in Beziehung zueinander gesetzt werden können. Die Wahl fiel schliesslich auf eine Lösung, bei der die vertikale Betonkonstruktion als Element von der übrigen Fassade abgesetzt wird. Dadurch wird die der Fassade innewohnende skulpturale Ausformulierung betont. Im gleichen Ton wird die leicht konische, auskragende Dachuntersicht gestrichen. Die erwünschte neue Dynamik wird durch den dunklen Sockel unterstützt, auf dem die Fassade nun leicht schwebt. Die drei Grautöne wurden über Handmuster festgelegt, dabei war die Abstimmung der Kontraste zueinander eine wichtige Herausforderung. Durch die zurückhaltende Farbigkeit konnten zudem die kräftigen dunkelbraunen Metallfenster erhalten werden. Zwischen den feinen Grautönen und den hellen grünen Stoffmarkisen erhalten sie eine neue Präsenz.

Jahr: 2019

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Raum

Für die eine Hälfte eines Doppelmehrfamilienhauses in Zürich Wollishofen waren eine Fassadensanierung mit Aufstockung sowie der Ausbau eines bestehenden Anbaus im EG geplant. Mit dem neuen Attikageschoss und den minimalen Veränderungen an den bestehenden Öffnungen wird die Autonomie der zuvor über ein gemeinsames Satteldach verbundenen Gebäudehälfte erhöht. Konzeptionell sollte das neue alte Haus über einen einfachen Putz und eine einfache Farbe verortet werden. Das gebrochene Weiss wurde sowohl für den Putz als auch – in einer leicht dunkleren Nuance – für die Wellblechverkleidungen verwendet. Eine subtile Bereicherung erhält die Fassade mit dem reinsilikatischen Anstrichsystem, durch das sie sehr differenziert auf die unterschiedlichen Lichteinfälle reagiert. Das Spiel mit dem Licht findet seine Fortsetzung bei den Blechverkleidungen im Attikageschoss. Die kräftigen oxidroten Balkongeländer werden für eine zusätzliche Lesart der Fassade eingeführt. Für die beiden neuen Wohnungen war die Farbgebung sehr eng mit den entwerferischen Absichten der Architekten verbunden. Mithilfe von Modellen wurden die Entwurfsideen und verschiedene, für deren Umsetzung denkbare Farbverbindungen beobachtet und überprüft. Zwei für beide Wohnungen wichtige und prägende Farb- und Materialentscheide flossen schon zu einem frühen Zeitpunkt in die Überlegungen mit ein: der schwarze, leicht glänzende Gussaspahltboden mit seiner rohen und nicht perfekten Oberfläche sowie die bei bestimmten Räumen eingesetzte Deckenverkleidung mit Seekieferplatten. Der vorspringende, pavillonartige Anbau wird zur Eingangshalle der neuen Wohnung im EG. Durch eine petrolfarbene, schmale Wandscheibe wird die Halle unterteilt. Dieser «Paravent» schafft einerseits die Verbindung zwischen innen und aussen, indem er den Essbereich im Innern mit dem privaten Gartensitzplatz bis hin zur bepflanzten Aussenmauer fasst. Andererseits definiert er im hinteren Teil des Raums den Küchenbereich und verweist gleichzeitig in den grossen Wohnraum mit den angrenzenden Zimmern auf der einen und dem «Bad im Schrank» auf der anderen Seite. Der schwarze Boden, umgeben von den mineralisch weissen Wänden und Decken, nimmt das hier auftreffende Tageslicht grosszügig auf. Die drei blauen Türen öffnen die Zimmer und verweisen auf die zweite kräftige Farbe in der Eingangshalle. Das Thema des Pavillons wird bei der Attikawohnung nochmals aufgenommen, ebenso die Verbindung vom Innen- zum Aussenraum. Die Wohnung wird hierzu als zwei «Pavillons» gedacht, die Verschränkung von innen und aussen über einen Wechsel des Bodenbelags und eine feine farbliche Auszeichnung des nach beiden Seiten sich öffnenden schmalen Zwischenraums erreicht. Die Küche findet Platz im Durchgang, Wände und Decke nehmen deren dunkle Farbe auf. Die beiden grösseren (Wohn-)Räume wurden gewichtet, indem die Decken mit Seekiefer verkleidet und je eine Wand mit schmalen Holzleisten gegliedert und mit einem feinen Grün- bzw. Blauton gestrichen wurde.

Jahr: 2019

Auftrag: Farbkonzept Wohnung
Auftraggeberin: Stiftung PWG, Zürich
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Überraschendes Zusammenspiel

Ein Gewerberaum in einem Mehrfamilienhaus wird für die zukünftige Nutzung als Wohnraum für eine Wohngemeinschaft umgebaut. Konzeptionell wird versucht, mit einer Farbpalette verschiedener, teilweise recht kräftiger Bunttöne den heterogenen Bestand zu fassen und mit den neuen Elementen zu verbinden. Die vorgefundenen Zimmerböden wurden wo möglich beibehalten bzw. durch einen hellen Riemenboden ersetzt. Im gemeinschaftlich genutzten Teil wird ein kräftiger roter Klinkerboden verlegt. Dieser klassischen Farbigkeit der Bodenbeläge werden nun vier eher überraschende Bunttöne gegenübergestellt: ein helles und buntes Orange für den Wandschrank, ein klarer, heller Blauton für die Zimmertüren und eine dunklere Nuance davon für die Türen der gemeinschaftlich genutzten Räume, ein dunkler, kräftiger Grünton für Wandschild und Badplatten sowie ein minziger Grünton für die Wand in der Küche.

Jahr: 2018

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Auftraggeberin: Stiftung Wagerenhof, Uster
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Fotoarchiv Kantonale Denkmalpflege

Alt und Neu

Projektbegleitung in denkmalpflegerischen Fragen während der Ausführungsphase (Entwurf Reinraum, Treppe, Geländer, Türen)

Jahr: 2018

Auftrag: Farbberatung innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe im Raum

Bei diesem Sanierungsprojekt lag der Schwerpunkt auf Überlegungen, mit welchen Mitteln die neue Küche und das neue Bad, die sich vom Grundriss her einen Raum teilen, optisch grösser erscheinen können. Trotz bescheidensten Platzverhältnissen sollte der Aufenthalt in der Küche und im Bad nicht als beengend wahrgenommen werden. Farbe als einfaches und ökonomisches Gestaltungsmittel spielte hierzu eine wichtige Rolle. Getrennt wurde der Raum mit einer dünnen Ständerwand, deren Füllungen von sehr feinen Metallprofilen gefasst werden. Für die Füllungen wurde lange nach einer technisch und optisch geeigneten Oberfläche gesucht, die uns schliesslich zu einer etwas unkonventionellen Lösung in Form einer Vollkernplatte mit leicht gewolktem Oberflächenbild führte. Durch die Tür in einem andern Farbton tritt die raumtrennende Funktion der Ständerwand in den Hintergrund. Die Wände wurden im Bad und bei der Küchenzeile durchgehend mit Naturofloor in einem feinen Grauton belegt. Beim Blick durch die Oblichter ins Bad wirkt die Küche räumlich erweitert. Eine ähnliche Absicht verfolgt der durchgehend verlegte Bodenbelag. Seine Farbigkeit orientiert sich am Klinkerbelag im Treppenhaus, der während der Sanierung vorgefunden und wieder freigelegt werden konnte. Als weitere Massnahme wurden Küchenzeile und gegenüberliegender Wandschrank über einen hohen Helldunkelkontrast stark voneinander getrennt. Statt sich mit der weissen Wand und der gegenüberliegenden Kücheneinbaute zu verbinden, tritt der anthrazitfarbene Küchenschrank als solitäres Element auf.

Jahr: 2018

Auftrag: Farbberatung Hofdurchgang und innen
Auftraggeberin: Stiftung PWG, Zürich
Architektur: Wirz Architekten, Zürich

Räume weiten über Farbe

Bei einem Mehrfamilienhaus mitten in der Stadt wurden Treppenhaus und Wohnungen saniert. Zudem sollte die Passage zum Hof einen neuen Anstrich erhalten. Beim Hofdurchgang wurde versucht, über die Farbgebung den Raum optisch zu weiten. Dazu erhielten die beiden Wände und die Decke je einen eigenen Farbton. Die Farbtöne der beiden Wände nehmen Bezug auf ihre jeweilige Nachbarfassade, die Decke hebt sich über einen feinen Blauton von den beiden Wandfarben ab. Im Treppenhaus wurde für den Bodenlinoleum ein Farbton gewählt, der sich zwischen die verschiedenen, teilweise gestrichenen Hölzer des Bestands und die neu hinzugefügten Treppenkanten in Eiche einfügt. Der bestehende Plattenbelag im unteren Bereich der Wände erhält eine Silberlasur, die mit dem Weiss der mineralischen Wände zusammentrifft. In den Wohnungen wurden die Küchen ersetzt. Sie heben sich über einen hellen Grauton leicht von den Wänden ab. Der dunkle Bodenbelag passt sich zwischen die teilweise sehr unterschiedlichen alten Holzböden der Zimmer ein. In den Bädern wird eine Längswand mit bunten, glänzenden Platten belegt. Sie steht in starkem Kontrast zu den hellen übrigen Wänden, wodurch die langen, schmalen Räume visuell aufgelöst werden.

Jahr: 2018

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

(Holz-)Farbe

Die fünf Reihenhäuser werden anstelle einer alten Scheune zu einem bestehenden Ensemble aus denkmalgeschütztem Bauernhaus und landwirtschaftlichen Nebenbauten gesetzt. Über den mit Schlammfarbe auf sägeroher Weisstanne aufgebrachten dunklen Farbton wird die farbliche Hierarchie zwischen weiss getünchtem Wohnhaus und der alten Stallscheune gewahrt. Indem das Dach – und dereinst auch die Lukarnen – den Fassadenton ebenfalls aufnimmt, wird die volumetrische Gestalt des Hauses betont, die an die grossen Scheunen in der Umgebung erinnert. Im Innern spannt sich eine dunkel lasierte Holzbalkendecke über das als Halle konzipierte Erdgeschoss, wodurch der Raum optisch höher erscheint. Auf den kräftigen Ausdruck der Decke wird mit einem betongrauen mineralischen Anhydritboden reagiert. Für die den Raum zonierende Küche und die Schiebetüren wurde nach einem Farbton gesucht, der sich autonom zwischen Decke und Boden behauptet, sodass die Küche als Möbel im Raum wahrgenommen wird. Zusammen mit den in den Fensterlaibungen ruhenden rotockrigen Klappläden bildet das feine Blaugrau einen farblichen Kontrapunkt zu den unterschiedlichen Materialfarben der Hölzer. Im Obergeschoss wird der Kontrast der verschieden behandelten Holzoberflächen noch mal aufgenommen. Die dunkel geölten Aussenwände der Zimmer rahmen nun den Blick in die Weite bzw. auf den neuen Hofraum und das schöne Bauernhaus.

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung aussen
Auftraggeberin: Immobilien Anlagestiftung Turidomus Zürich /
G. Baumann + F. Khanlari SIA SWB Architekten AG Nidau

Neue Verbindungen über Farbe

Die Volumetrie der Gewerbeliegenschaft ist geprägt durch mehrere Vor- und Rücksprünge zweier unterschiedlicher Fassadenmaterialien – Metall und Putz. Beim Bestand im zeittypischen Kolorit der 80er-Jahre wird für die beiden verschiedenen Materialien je ein Farbton eingesetzt. Ziel des Vorschlags für die geplante Fassadensanierung ist es, die unterschiedlichen Gebäudeteile stärker zusammenzubinden und die Fassade durch diese neuen Verbindungen der einzelnen Elemente subtil zu bereichern. Dazu wird ein dritter Farbton eingeführt. Die Metallpaneele erhalten einen feinen Kupferton, die Metallfenster und das Attikageschoss ein neutrales Aluminiumweiss und die Putzoberflächen ein warmes Grau.

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: SPPA Architekten AG, Zürich
Fotografie: Roger Frei, Zürich

Rot und Grün

Das von den Architekten bereits erstellte Farbkonzept sah für die beiden Mehrfamilienhäuser am Rande von Zürich ein grünes und ein rotes Gebäude vor. Ich wurde beigezogen, um die definitiven Nuancen der beiden Wohnbauten zu erarbeiten. Zu Beginn wurden für beide Farbtöne verschiedene Musterserien erstellt, in denen Helligkeit, Buntanteil und verschiedene Farbnuancen für das Rot und das Grün getestet wurden. Beim Vergleichen der verschiedenen Blätter stellte sich heraus, dass in Verbindung mit dem mineralischen, groben Negativputz nach eher kühleren und nicht zu bunten Nuancen weitergesucht werden sollte. Als verbindendes Element der unterschiedlichen Farbfamilien sollten das Grün und das Rot einen ähnlichen Bunt- bzw. Helligkeitswert haben. Bei den nächsten Musterserien wurden die beiden Farben immer im Paar gestestet. Besonders beim Rot mussten die verschiedenen Pigmentanteile genauestens abgestimmt werden, um den gewünschten mineralischen Ausdruck des Farbtons zu finden. Aus den sich mittlerweile immer stärker annähernden Musterpaaren wurde nach weiteren Tests unter verschiedenen Lichtsituationen schliesslich eines ausgewählt, das dann vom Farbenhersteller nachgemischt wurde und auf einem Putzmuster nochmals überprüft werden konnte. Durch die Verwendung einer zweikomponentigen reinen Silikatfarbe wird der mineralische Ausdruck zusätzlich verstärkt. Bei den Treppenhäusern erscheint der jeweilige Farbton der Nachbarfassade noch einmal als Lasur auf Sichtbeton.

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung Dachwohnung
Architektur: Wirz Architekten, Zürich

Farbe und Tapete

Bei der Sanierung einer Altbaudachwohnung eines Mehrfamilienhauses werden Küche, Bad und Tapete ersetzt. Die Tapete kleidete den gesamten Eingangsbereich sowie den kleinen Korridor zu Küche und Bädern ein. Für sie musste mit einem Farbanstrich ein würdiger Ersatz gefunden werden. Mit Mustern wurden verschiedene Farbrichtungen getestet. Die Wahl fiel schliesslich auf einen feinen Grauton, der einen Hauch verschiedener Buntpigmente enthält. Durch die hohe Pigmentierung werden je nach Tages- und Jahreszeit bzw. Lichteinfall die einzelnen farblichen Komponenten sichtbar, wodurch der Farbton einen hohen Reichtum an feinen Farbnuancen entwickelt. Für die Bäder wird ein dunkler Plattenbelag gewählt, der durch seinen leichten Rotanteil mit dem bestehenden, ebenfalls leicht rötlichen Parkettboden in eine Beziehung tritt. Die Wände der Bäder werden bis zur Decke mit einem Steinzeugmosaik in einem hellen Grauton belegt, der mit der Farbe des angrenzenden Eingangsbereichs korrespondiert.

Jahr: 2016

Auftrag: Farbberatung Ausbau Mansarde
Architektur: Georg Luginbühl, Bern

Farbe als Bindeglied

Der Dachstock eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses wird zusammen mit zwei bestehenden Dachmansardenzimmern zu einer Wohnung ausgebaut. Wo möglich wird der Bestand beibehalten: Die Holzbalken im Hauptraum werden roh belassen, die Böden in den Mansardenzimmern geschliffen und geölt, das Brusttäfer wird weiss gestrichen.
Die neue Einbaute für das Bad wird mit der ebenfalls neu gesetzten Wohnungstür über einen feinen Farbton verbunden. Als (farbliches) Bindeglied wird dazu die zwischen Eingang und Bad liegende Wand mit demselben Farbton gestrichen. Beim Blick vom neuen Wohnraum her bildet dieser «Zwischenraum» den Rahmen für den dahinter liegenden alten Teil der Wohnung mit den ehemaligen Mansardenzimmern.

Jahr: 2016

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Bestand

Bei der Sanierung eines Doppelhauses wurde die Fassadenfarbe so gewählt, dass sie sich vom Nachbargebäude über den Buntanteil unterscheidet, nicht aber in der Farbrichtung. Die Nähe zum angrenzenden Gebäude bleibt so durch den leichten Ockeranteil im Fassadenton wahrnehmbar. Auch beim neuen Garagentor wurde wie bei der Fassade der Farbton leicht in eine etwas kühlere Nuance verschoben. Für den neuen Eingangsbereich wurde ein Farbton gesucht, der die Wahrnehmung der horizontalen Fassadengliederung weiterführen sollte. Im Innern wurde die bestehende lasierte Holzdecke im EG belassen bzw. ergänzt wo nötig. Neu wurde über das ganze Geschoss ein heller Natursteinboden verlegt und die umlaufenden Fensterbänke wurden durch einen dunklen, glänzenden Farbton nobilitiert. Im OG wurde der bestehende Balkon erweitert zu einem übereck verglasten Jahreszeitenzimmer mit Blick in die Landschaft und zum See. Die Lärchendecke und der rote Plattenboden werden gehalten von dunklen Fenstereinfassungen, die den schönen Ausblick rahmen. Die Wände inkl. (Schiebe-)Türen werden mit Stramin überzogen und in einem feinen abgetönten Weiss gestrichen, das über den Farbton und über die Textur eine Beziehung schafft zwischen Innenraum und der angrenzenden Fassade.

Jahr: 2016

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe im Kontext

Die Scheune eines 300 Jahre alten Bauernhauses soll zusammen mit einem später hinzugekommenen Gewerbeanbau in Wohn- und Arbeitsräume umgebaut werden. Für die Öffnungen der verputzten Flächen und diejenigen der Holzfassade werden in Anlehnung an den Bestand zwei verschieden helle Brauntöne gewählt. Diesem stattlichen, beeindruckenden Bau auch im Innern einen entsprechenden Ausdruck zu verleihen, war Leitmotiv für die weiteren Überlegungen. Dazu wurden als erste Massnahme die Öffnungen durchgefärbt, die Fassade wird so im Innern ablesbar. Ein wichtiger Eingriff betrifft die Raumabschlüsse in der Hauptwohnung. Um die Tiefenwirkung der längs orientierten Raumfolge im ehemaligen Tenn zu betonen, wurden die Raumabschlüsse samt eingebauter Küchen- und Schrankmöbel dunkel gestrichen. Der mineralische, mittelgraue Bodenbelag sowie die neutral pigmentierten Eichenböden und die Treppe werden ergänzt durch Brüstungen aus Dreischichtplatten, die in einer alten Technik veredelt wurden.

Jahr: 2015

Auftrag: Farbberatung Sockel, Lifttürme und Balkonbrüstungen
Auftraggeberin: Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ), Zürich

Neue Ordnung über Farbe

Die Wohnsiedlung wird geprägt durch die fassadenverkleidenden Eternitplatten in kräftigen, warmtonigen Bunttönen der 70er-Jahre. Das Farbspektrum der einzelnen Fassaden bewegt sich von Beige über Ocker, Orange und Rot bis zu einem mitteldunklen Braunton. Bei der jetzigen Sanierung sollen die Betonelemente (Sockel, Balkonbrüstungen) sowie die verputzten Lifttürme neu gestrichen werden. Mit dem Vorschlag für die neu zu streichenden Elemente wird das bestehende Farbkonzept aufgenommen und weitergeführt. Während sich die abgesetzten Lifttürme farblich der jeweiligen Fassadenfarbe inkl. der zurückversetzten Balkonwände angleichen, erhalten der Sockel und die Balkonbrüstungen einen neuen, eigenständigen Farbton, der zwischen den bestehenden Bunttönen vermittelt und die verschiedenen Farbigkeiten der einzelnen Fassaden neu fasst.

Jahr: 2015

Auftrag: Anstrich innen

Pigment und Wachs auf Holz

Bei dieser Studie ging es um die Weiterentwicklung einer Rezeptur für eine Holzlasur, die für ein konkretes Projekt erstellt und ausgeführt wurde. Mit einem tiefdunklen Braunpigment wurden hierzu Anstriche in unterschiedlichen Lasurstufen hergestellt, die anschliessend mit punischem Wachs eingerieben und poliert wurden. Bei der neuen Studie ging es um die Frage, ob sich mit demselben Pigment die Tiefenwirkung der Lasur noch erhöhen liesse. Dazu wurde mit einem weiteren Bindemittel so lange experimentiert, bis ein günstiges Verhältnis zwischen Pigment und Bindemittel gefunden wurde, das dem Anstrich die gewünschte Qualität gab. Bei der helleren Platte bewirkt das verwendete matte Bindemittel eine intensive Wahrnehmung des Lasurpigments, bei der dunkleren Platte lässt es durch die zusätzliche Pigmentbeigabe die Oberfläche fast textil aussehen.

Jahr: 2015

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Minimale Farbverschiebung

Bei der Sanierung dieses im Inventar der Stadt Zürich aufgeführten Mehrfamilienhauses sind die gartenseitige Putzfassade, der Sockel sowie Kunststeinverzierungen und Fensterläden neu zu streichen. Dabei sollte die vorgefundene Farbigkeit grundsätzlich beibehalten werden. Der helle rötliche Ocker der verputzten Fassade zeigte sich durch die jahrelange Verwitterung in vielen verschiedenen Nuancen, ebenso wurden bei den hellen Flächen verschiedene gebrochene Weisstöne vorgefunden. Die Frage stellte sich, welche dieser Nuancen für den neuen Anstrich verwendet werden sollen. Dazu wurden auf der Grundlage der abgenommenen Töne verschiedene Musterserien erstellt, die mehrmals vor Ort überprüft und mit dem bestehenden Sichtbackstein verglichen wurden. Für die Putzfassade fiel der Entscheid schliesslich zugunsten einer Nuance, die einen Hauch heller und zarter ist. Für die helle Sockelfarbe wurde ein etwas kühlerer Ton gewählt. Diese minimale Verschiebung der Farbtöne verstärkt den noblen Ausdruck der Fassade.

Jahr: 2014

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: Georg Luginbühl, Bern

Warmer Ocker und kühles Rosa

Im Zug einer Dachsanierung wird die hofseitige Fassade eines Mehrfamilienhauses neu gestrichen. Die Fassade ist im Bauinventar der Stadt Bern unter der Schutzkategorie erhaltenswert eingestuft. Die vorgefundene Fassade in einem feinen Ockerton hat eine Patina, die auf einen mineralischen Anstrich hindeutet. Der neue Farbton sollte an den alten anknüpfen und sich in die angrenzenden, teils sanierten Fassaden einreihen. Mithilfe verschiedener systematischer Musterserien auf Papier wurden minimale Farbtonunterschiede geprüft, alle im Bereich eines leicht gelblichen bis leicht rötlichen Ockers. Bei der Überprüfung vor Ort zeigte sich, dass bereits geringste Unterschiede in der Menge der verwendeten Pigmente die Wirkung und die Beziehung zu den anderen Fassaden stark verändern konnten. Die Wahl fiel schliesslich auf einen leicht rötlichen Ockerton, dessen Hellbezugswert sich im Bereich der benachbarten Fassaden bewegt. Die Loggia im Hochparterre wird in einem hellen, leicht kühlen Rosa gestrichen, das in minimalem Kontrast zum warmen Ocker steht. Vom Innenraum betrachtet wirkt es frisch und luftig.

Jahr: 2014

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: Christoph Irniger, Zürich


Neue Gewichtung mit Farbe

Die prägnante Fassade eines Mehrfamilienhauses aus den Achtzigerjahren wird bestimmt durch den vertikalen Erker und die horizontalen Bänder in Metall. Farblich dominiert das kräftige Rot der metallischen Elemente über das helle Beige des Putzes. Beim Farbkonzept werden die bestehenden Elemente neu gewichtet: Die vertikal ausgerichtete Putzfassade gewinnt durch den mitteldunklen Buntton an Bedeutung und bildet nun eine Art Rahmen für die «Füllung» mit Fensteröffnungen und horizontalen Blenden in einem metallischen hellen Grauton, der mit dem Weiss der Fenster und dem etwas dunkleren Grau der Balkonbrüstungen farblich korrespondiert. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Fassadenton. Mithilfe mehrerer systematisch hergestellter Musterserien wurde nach einem Farbton gesucht, der einerseits den gewünschten eigenständigen Charakter aufwies und gleichzeitig nicht mit der benachbarten blaugrünen Schindelfassade in Konkurrenz trat. Der definitive Fassadenton wurde danach ab Handmuster vom Verarbeiter nachgemischt und mit einem Fassadenmuster nochmals überprüft.

Jahr: 2014

Auftrag: Anstrich aussen

Eingefärbter Putz mit Struktur und Lasur

Ziel der Studie war es, einen Putz so zu strukturieren, dass ein lebendiges, jedoch in sich homogenes Oberflächenbild entsteht mit einer gewissen Tiefenwirkung. In einem zweiten Schritt wurde versucht, die gewünschte Wirkung mit zusätzlichen Lasuranstrichen zu verstärken. Experimentiert wurde mit Putzen unterschiedlicher Körnung sowie verschiedenen, einfach zu handhabenden Werkzeugen. Für die Lasuren wurden Versuche mit verschiedenen Bindemitteln durchgeführt, als Farbmittel wurde natürliches Caput mortuum in verschiedenen Nuancen verwendet. Bei der helleren Platte wurde ein sehr feiner Putz mit einem leicht violettstichigen Caput mortuum eingefärbt und anschliessend mit einer mittelharten, runden Bürste in kreisender Bewegung strukturiert. Durch die breite Streuung des Lichts auf dem feinen Putz wirkt die Oberfläche einheitlich und leicht samtig. Bei der dunkleren Platte wurde ein etwas gröberer Putz mit einem dunkleren Caput mortuum eingefärbt. Danach wurde mit demselben Pigment eine hochtransparente Lasur in zwei Anstrichen aufgebracht. Die Tiefenwirkung wird durch die gewählte Putzdicke und die Lasuren verstärkt.

Jahr: 2013

Auftrag: Farbkonzept innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Dichte

Ein ursprünglich als Vorratskammer dienendes Gebäude soll zu einem einfachen Wohn- und Schlafraum ausgebaut werden. Die imposant dicken Mauern prägen über die Lage der Fenster und die tiefen Laibungen die Wahrnehmung des Raums und beeinflussten die Überlegungen zum Farbkonzept: Die Dichte des Raums mit wenig Tageslicht wird über die Farbe betont. Zwei kräftige Rottöne entlang sämtlicher Wände und Einbauten fassen den Raum. Der mitteldunkle Braunton für die Decke unterstützt die gewünschte Raumwirkung. Das Eisenoxidrot der Wände wurde mit einer traditionellen Zweikomponenten-Silikatfarbe auf den mineralischen Streichputz mit Bürste appliziert. Für die Holzeinbauten wurde eine wasserbasierte Ölfarbe gewählt, die sich in der Nuance leicht unterscheidet von der Wandfarbe. Mit der Beize kommt bei der Decke ein weiteres traditionelles Anstrichsystem zum Einsatz.

Jahr: 2013

Auftrag: Gestaltung Zementsilo
mit Thomas Wirz, Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Gesteinskorn

Ein geplanter neuer Zement- und Mischsilo soll mit einer dezenten Gestaltung in die bestehende Anlage eingebunden werden. Ausgangslage für die Gestaltung sind die Rohstoffe, die von der Zementfabrik verarbeitet werden: Kalkstein und Mergel bzw. ihre zerkleinerte Erscheinungsform als Gesteinskorn. Die rieselnden Gesteinskörner nehmen Bezug auf das Geschehen im Innern des Silos, wo der Zement gelagert und gemischt wird. Die vertikalen Streifen gliedern das Volumen und lassen es dadurch schlanker erscheinen. Die Gesteinskörner werden direkt auf den Beton appliziert und werden so Teil der Betonoberfläche des Silos. Aus der Ferne wird das Rieseln der Streifen durch die unscharfen Ränder als leichte Bewegung wahrgenommen.

Jahr: 2013

Zusammenarbeit mit Thomas Wirz, Wirz Architekten, Zürich, und Hannes Henz, Fotografie, Zürich
3. Preis

Eine Wand ist eine Wand ist eine Wand ist eine Wand

Das Ausloten der uns umgebenden räumlichen und zeitlichen Dimensionen wird über die fotografierten Ausschnitte auf den opaken Modulen und die realen Ausschnitte hinter den transparenten Modulen zum eigentlichen Thema, das sich über das gesamte Wandbild hinzieht. MASSSTAB Der Abstand eines Gebäudes zum Aufnahmepunkt respektive zur Bildebene bestimmt die Skalierung des gezeigten Ausschnitts. Die südseitig gelegenen Gewerbebauten liegen mehrheitlich auf der Bildebene und werden deshalb annähernd im Massstab 1:1 abgebildet. Diese Ausschnitte zeigen eine überraschende Unmittelbarkeit und Nähe. Liegen die Gebäude hinter der Bildebene, verkleinert sich der Massstab und einzelne Bildpassagen wiederholen sich. Diese punktuell auftretenden Irritationen befragen konventionelle Sehgewohnheiten. WAHRNEHMUNG Die enorme Schärfe der Bilder bereichert gewissermassen die Realität, da sie den Blick auf Dinge lenkt, die bei unserem selektiven Wahrnehmungsprozess kaum wahrgenommen werden. So wird beispielsweise ein Baumast mit wenigen Blättern und kleinen Früchten, der auf der Glasfassade eines Bürogebäudes reflektiert wird, zum autonomen Bedeutungsträger im Bild. Indem die Umgebung auf den Fotografien wie durch ein Vergrösserungsglas betrachtet wird, erscheint sie hyperrealistisch. Es entsteht ein Paradox: Die auf den Bildern abgebildete Realität scheint wirklicher zu sein als die von uns wahrgenommene Welt. Das fokussierte Schauen setzt sich fort beim Blick durch die transparenten Module. Über ein einfaches Linienraster mit horizontaler Massangabe wird der sichtbare Ausschnitt beim Betrachten gleichzeitig vermessen. Die Einführung eines Massstabs ermöglicht auch hier einen geschärften Blick auf das Gewohnte. INFORMATION Für die Fussgängerin wird die Information über das Abgebildete durch das Sichtbarmachen von Details potenziell erweitert. Auf der schnellen Durchfahrt werden von den Wandbildern und den transparenten Modulen zuerst die Farben, dann die Formen wahrgenommen, die mit der dahinterliegenden Umgebung korrespondieren. Mit zunehmender Geschwindigkeit reduziert sich so für den Verkehrsteilnehmer die Information auf dem Wandbild auf das Vorhandene. ZEIT Während die auf den Wandbildern abgebildeten Ausschnitte den bestimmten, unveränderlichen Zeitpunkt der Aufnahme repräsentieren, sehen die realen Gebäude je nach Wetter, Jahres- und Tageszeit unterschiedlich aus. So werden die Blätter und Früchte auf dem im Herbst fotografierten Fassadenausschnitt auf der realen Fassade an einem kalten Wintermorgen verschwunden sein. Die Wahrnehmung der Realität erweitert sich beim Vergleich mit den fotografierten Ausschnitten, die Umgebung wird durch die Präsenz des Parameters Zeit in einem grösseren Kontext erfahrbar. WANDEL Jeder Ort ist bestimmt durch Wandel. Menschen ziehen in Wohnungen ein und wieder aus, Gewerberäume werden verschieden genutzt, Verkehrswege und Gebäude werden in bestimmten Zeitabständen umgebaut oder ersetzt, um sich neuen Bedürfnissen anzupassen. Verändert sich die gebaute Umgebung im Lauf der Zeit, werden die Wandbilder zu Zeitdokumenten. Durch das Wandbild wird ein Stück des Geschäftshauses und damit der Quartiergeschichte bewahrt, sollte dieses dereinst durch ein neues ersetzt werden.

Jahr: 2013

Auftrag: Farbberatung innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich

Feine Farben als Akzente

Ein Mehrfamilienhaus aus den 50er-Jahren wird innen sanft renoviert. Sowohl bezüglich des Buntanteils als auch mengenmässig wird die Farbe eher sparsam eingesetzt. Eine rosa Nische im Bad, ein blassgrüner Linoleumboden in Korridor und Küche sowie zwei verschieden helle Grautöne für die Küchenabdeckung setzen feine Akzente in die erneuerten Räume. Zugleich belassen die Töne einen Hauch der 50er-Jahre in den Wohnungen.
Im Treppenhaus wird ein dritter Buntton für die Türblätter eingesetzt, diesmal etwas kräftiger, um neben dem bestehenden mitteldunklen Kunststeinboden bestehen zu können. Das filigrane Treppengeländer erhält eine etwas feinere und hellere Variante des verwendeten Blautons.

Jahr: 2012

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Franz Rindlisbacher, Zürich

Putze und Farben zusammenbinden

Ein Mehrfamilienhaus mit Holzanbau wird energetisch saniert. Die drei der 
Hauptfassade abgewandten Hausseiten werden aussen gedämmt und mit 
einem feinen Putz überzogen, der sich leicht abhebt vom bestehenden Negativputz der Hauptfassade. Um Haupt- und Nebengebäude stärker zusammenzubinden, wird die ursprüngliche Zweifarbigkeit des Anbaus reduziert auf den Blauton, und die zuvor grünen Fensterläden des Hauptgebäudes werden farblich in die Nähe des Anbaus gerückt. Im grosszügigen Flur der Mietwohnungen mit Zugang zu den neuen Balkonen wurde die eine Längswand entlang von Küchen- und Badräumen in einem Grünton gestrichen. Der Korridor wird so stärker an die strassenseitigen Wohnräume angebunden.

Jahr: 2012

Auftrag: Farbberatung Fassade und Innenräume
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Kellenwurf mit Glattputz – Kasslerbraun und punisches Wachs

Die abschliessende Wand eines Reihenhauses wird aussen gedämmt. Der Kellenwurf der bestehenden Fassade wird übernommen, damit das 
Reihenhaus als Einheit bestehen bleibt. Die Betonung der Gebäudeecken durch das Hochziehen des glatten Sockelputzes thematisiert die aufgebrachte Aussendämmung. Die Fassaden- und die Ladenfarbe heben sich minim von der Grundfarbigkeit des übrigen Gebäudes ab. Die textilen Sonnenstoren hingegen setzen in ihrem warmen Braunrot einen eigenen Akzent. Die den Wohn- vom Eingangsbereich trennende (Holz-)Wand 
mit Schiebetüren erhält einen Lasuranstrich mit Kasslerbraun, einem
 Pigment, das aus Braunkohle gewonnen wird. Als Schutz wird zuletzt 
eine dünne Schicht punisches Wachs aufgetragen.

Jahr: 2009

Auftrag: Farbberatung aussen und Einlegerwohnung innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Roger Frei, Zürich

Quarzmehl und Kaliwasserglas auf Münchner Rauputz

Ein Einfamilienhaus wird durch eine Einlegerwohnung sowie mehrere Balkone erweitert. Die sichtbare Handschrift des prägnanten Münchner Rauputzes führte zur Idee, mit Materialfarben zu arbeiten. Die bestehende Fassade wird mit zu feinem Gesteinsmehl geriebenem Quarzsand gestrichen, der in Kaliwasserglas gebunden wird. Die Körperhaftigkeit des Pigments wird bei diesem traditionellen Anstrich betont, der Duktus der Bürste ist sichtbar. Die metallenen Abschlüsse in einem warmen Grau und die messingfarbenen Geländer verbinden den Neubau mit dem bestehenden Haus. Die Küchenbox wird durch einen Buntton akzentuiert. Das gewählte Grün – mit dem Pinsel aufgetragen – bildet einen Kontrast zu Asphaltplatten und Kalkstreichputz.

Jahr: 2008

Auftrag: Beratung Holzoberflächen Wände
Architektur: Arge Ivo Bösch und Thomas Wirz, Zürich
Fotografie: Nicolas Contesse

Laugen und Seifen

Beim Umbau eines Stalls und eines Wohnhauses in den Bergen wurde von den Architekten für die wandverkleidenden Dreischichtplatten eine Oberflächenbehandlung als Ergänzung zum bestehenden alten Holzwerk gesucht. Das vorgeschlagene Laugen-Seifen-System basiert auf einem einfachen Prinzip: Durch das Laugen werden die für die Vergilbung zuständigen Stoffe aus dem Holz gelöst, wodurch der sich mit der Zeit bildende Gelbstich des Holzes wesentlich reduziert wird. Die anschliessende Behandlung mit einer weiss pigmentierten Holzbodenseife unterstützt diese Wirkung zusätzlich. 
Da die Oberfläche durch diese Methode nicht versiegelt wird, bleibt sie atmungsaktiv und gewährleistet so den direkten Kontakt zum Holz.

Jahr: 2008

Auftrag: Anstrich aussen

Lasur mit mineralischem Pigment auf Altanstrich

Die meisten rein mineralischen Putzuntergründe erhalten im Lauf der Zeit (Sanierungs-)Anstriche mit mehr oder weniger hohen Anteilen an organischen Bestandteilen. Deren filmbildende Eigenschaften bei der Trocknung sowie der charakteristische Glanz verändern die Anmutung eines Gebäudes in nicht immer gewünschter Art. Ausgangslage für die Materialstudie
 war deshalb die Frage nach der Aufwertung eines mineralischen Untergrunds mit organischem Altanstrich. Experimentiert wurde mit einem mineralischen Pigment (Gesteinsmehl aus einem hiesigen Sandsteinbruch)
 sowie einer Mischung zweier Bindemittel. Die Herausforderung bestand darin, eine Bindemittelkombination zu finden, die den Anstrich nicht zu wolkig erscheinen liess. Nach mehreren Versuchen wurde ein Mischverhältnis gefunden, das die beabsichtigte Homogenität und Farbtiefe gewährleistete. Die technische Machbarkeit erfolgte in Absprache mit einem Experten.